Österreich träumt von Cordoba: Sieg gegen Deutschland - alles andere ist wurscht!

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Showdown in Klagenfurt
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Showdown in Klagenfurt

4. Dezember 2007 - Die bislang so miesen Vorbereitungsspiele sind in der Alpenrepublik vergessen, Fußball-Österreich liegt sich in den Armen, freut sich auf die deutsche Nationalelf und träumt von einer Neuauflage von Cordoba im Jahre 1978, als ein Radioreporter beim 3 : 2 -Siegtreffer schier wahnsinnig geworden ist.

Edi fingerte nicht nur am Mikrofon herum, als sich das deutsche Netz beulte: „Da kommt Krankl in den Strafraum – Schuss … Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch. Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat olles überspielt, meine Damen und Herren. Und warten’s noch ein bisserl, warten’s no a bisserl; dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen.“

Konnten sie, Deutschland schied als amtierender Weltmeister aus und Edi Finger ging in die Mediengeschichte ein wie weiland Herbert Zimmermann mit „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt! Tor, Tor, Tor, Tor!“

Auch das war das 3 : 2…und ebenfalls ein „Fußballwunder“, geschehen 1954 in Bern gegen die seinerzeit beste Nationalmannschaft der Welt (Ungarn, d.Red.).

Wunder gibt es immer wieder?

Und nun ist Österreich gespannt darauf, ob diese Schlagerzeile zutrifft: „Wunder gibt es immer wieder.“ Wohl auch deswegen schreibt der „Kurier„: „Das Los hat es mit der österreichischen Fußballnationalmannschaft am Sonntag nicht schlecht gemeint.“ Und bei einer Umfrage lautet eine der Antwort-Möglichkeiten, dass Österreich gegen Deutschland gewinnen werde, “alles andere ist wurscht”.

Andreas Ivanschitz als Mannschaftskapitän der österreichischen Nationalelf stuft die Gruppe B sogar irgendwie als „leicht“ ein, fügt aber laut „Kronenzeitung“ hinzu: „Bei der EURO gibt es…nur Topnationen.“ Österreich ist also auch eine?

Emotionen gehen hoch

Teamchef Josef Hickersberger freut sich der gleichen Quelle zufolge gleichfalls auf „das Duell gegen Deutschland“. Denn: „Ich habe in der deutschen Bundesliga gespielt und war dort Trainer. Joachim Löw war Trainer in Innsbruck und Wien, es ist ein schönes Aufeinandertreffen.“

Die „Kleine Zeitung“ aus der Steiermark schreibt gar nicht lange drumherum: “Und wieder einmal wird Rot-weiß-rot vom ewigen Cordoba eingeholt.“ Deswegen ist auch bei Bundeskanzler Erwin Gusenbauer die Vorfreude gewaltig. Die „Wiener Zeitung“ zitiert ihn so: „Es ist großartig, dass wir Deutschland in der Gruppe haben. Das lässt Emotionen hochgehen.“

Jetzt müssen Österreich und Deutschland sich nur noch auf die Suche nach Reportern wie Edi Finger und Herbert Zimmermann machen, damit einer von Beiden wieder so herrlich verrückt werden kann wie 1954 und wie 1978.

Nüchtern betrachtet sieht es für den EM-Gastgeber allerdings schlecht aus: In den bisherigen 33 Spielen gegen Deutschland haben die Österreicher 19 Mal den Platz als Verlierer verlassen, acht Mal als Sieger.

Autor: Heinz-Peter Tjaden, Quelle: Readers Edition, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/


Siehe auch

Schmach von Córdoba

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