Doping im Fußball
aus Worldcupwiki
Aufgrund der Doping-Beichten im Radsport ist das Thema Doping derzeit in aller Munde. Auch die anderen Leistungssportarten - wie der Fußballbereich - müssen sich Fragen gefallen lassen. Inwieweit wird im Profifußball gedopt? Gibt es umfangreiches und systematisches Doping?
Zum Teil wird immer noch von den Nutznießern des Profifußballs öffentlich erklärt, dass Doping im Fußball überhaupt nicht sinnvoll sei. Dabei ist z.B. unstrittig, daß Anabolika nach längeren Verletzungszeiten in der Regenerationsphase zum rascheren Muskelaufbau beitragen. EPO kann die Ausdauer-Leistung verbessern, Stimulantien die Ermüdungsphase hinauszögern. Es gibt sogenannte Experten, welche die Mär verbreiten, daß Doping im Fußball nichts bringt. Otto Rehhagel versucht das Problem ins Lächerliche zu ziehen: "Wer mit links nicht schießen kann, trifft den Ball auch nicht, wenn er 100 Tabletten schluckt."
Auch Bundestrainer Joachim Löw äußert sich verdächtig zweideutig, wenn er erklärt, dass er Doping im Fußball zwar für nicht vorstellbar halte, aber "grundsätzlich" die Möglichkeit sehe, dass auch bei den Kickern manipuliert werden könnte. "Man könnte den Muskelaufbau beschleunigen. Möglicherweise kann man auch die Regeneration positiv beeinflussen", sagte der 47-Jährige am 30. Mai 2007 bei der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen San Marino. Löw kann sich aber derzeit Doping im deutschen Fußball nicht vorstellen.
Dabei wurde schon häufiger im deutschen und internationalen Fussball Doping nachgewiesen. Auch aktuell fehlende Nachweise mit dem immer noch sehr lückenhaften Kontrollsystem können kein Hinweis auf fehlendes Doping sein. Insbesondere in der heutigen Zeit zunehmender Anforderungen an Athletik, Ausdauer und Regeneration der Spieler unter Berücksichtigung der geradezu unbegrenzten und weiter zunehmenden Möglichkeiten, zu dopen ohne erwischt zu werden, und der sozialen und wirtschaftlichen Begleiterscheinungen des Profifußballs sind die Zwänge, Umstände und Anreize für Dopingpraktiken so günstig, wie nie.
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Wirkstoffe
Alle Versuche, den Begriff des Dopings genau zu definieren, sind an Formulierungsschwierigkeiten gescheitert, da es nicht gelingt, die komplexen Inhalte der verbotenen Wirkstoffe und Methoden der unphysiologischen Leistungssteigerung zusammenzufassen. Doping wird auf Grund dieser Schwierigkeiten durch eine Dopingliste mit genau aufgezählten und beschriebenen Wirkstoffen und Vorgehensweisen definiert.
Diese Liste wurde von internationalen Sportverbänden aufgestellt und wird von allen nationalen Verbänden übernommen. Ebenso wurde festgelegt, dass ein Dopingverstoß dann vorliegt, wenn eine der in der Verbotsliste aufgezählten Substanzen im Körper des Athleten nachgewiesen wird oder er eine Dopingkontrolle verweigert. Jeder Sportler, der an offiziellen Wettkämpfen teilnimmt, verpflichtet sich durch seine Teilnahme gegenüber dem nationalen Verband, alle Dopingvorschriften einzuhalten.
Dopingkontrollen
Doping wird bei Fußballern im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten mit wesentlich höherem Fahndungsdruck wie beispielsweise dem Radsport relativ selten nachgewiesen.
Ob mit dem derzeitigen Kontrollsystem die Dopingsünder im Fußball wirklich herausgefiltert werden können, darf man bezweifeln. Laut Auskunft des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, das zusammen mit dem Institut für Dopinganalytik in Kreischa in Deutschland für die Kontrollen zuständig ist und auch die Doping-Proben während der Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden analysiert, hat es in dem Jahr der EM insgesamt 623 Dopingkontrollen im bezahlten deutschen Fußball gegeben (1998: 583). Dies waren auschließlich Wettkampfkontrollen.
Bei 306 Meisterschaftsspielen pro Saison allein in der 1. Fußball-Bundesliga ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, am Ende unter den für eine Kontrolle ausgelosten Spielern zu sein. Seit Frühjahr 2001 werden auch Trainingskontrollen im Profi-Fußball vorgenommen.
Mittlerweile wurde die Anzahl der Dopingkontrollen in Deutschland nochmal erhöht, teilte der DFB-Pressesprecher Harald Stenger am 30. Mai 2007 mit. Der Deutsche Fußball-Bund führte in der Saison 2006/07 ca. 800 Doping-Kontrollen in neun Fußball-Wettbewerben durch: Das sind ca. 2,7 Kontrollen pro Spieltag. Getestet werden die Spieler der Bundesliga, der 2. Bundesliga-Liga, beider Regionalligen, der A-Junioren, der Frauen-Bundesliga, beider Frauen-2. Bundesligen und des DFB-Pokal.
Die Anzahl der Doping-Kontrollen in UEFA-Wettbewerben wurde deutlich erhöht - in der Saison 2005/06 waren es 1348 Trainings- und Wettkampfkontrollen. Außerdem wurde eine Anti-Doping-Einheit gegründet, ein Anti-Doping-Expertenausschuss ins Leben gerufen und ein Erziehungsprogramm für die ganze europäische Fußballgemeinde eingeführt. Der neue UEFA-Präsident Michel Platini sprach bei einer Informationsveranstaltung im UEFA-Stammsitz in Nyon 2007 vor Journalisten aus Österreich und der Schweiz und kündigte an, dass die zuständigen Behörden alles unternehmen werden, um Doping aus dem Fußball zu verbannen. "Doping ist Betrug, und Betrüger haben im Sport keinen Platz".
Enthüllungen
In der Vergangenheit haben immer wieder Enthüllungen bekannter Fußball-Profis Aufsehen erregt. War es ein Peter Neuruhrer oder 1987 der damalige Nationaltorhüter Harald Schumacher, der in seinem Buch "Anpfiff" behauptete, in der Bundesliga werde breitflächig gedopt, so folgte ihnen im vergangenen Jahr der französische Weltmeister Emmanuel Petit. Angesichts der hohen Belastungen im Profi-Fußball klagte Petit in der englischen Tageszeitung "The Mirror": "Es wird noch so weit kommen, daß wir alle Doping brauchen, um zu überleben. Einige Fußballer tun es schon jetzt. Namen nenne ich nicht." Die Äußerungen des Franzosen erhielten Brisanz vor dem Hintergrund, daß gerade im Land des Weltmeisters mehrere Doping-Fälle bekannt geworden sind. Bei den meisten dieser Spieler, so auch bei Nationalspieler Christophe Dugarry, wurde eine unerlaubt hohe Konzentration des anabolen Steroids Nandrolon analysiert, welches auch dem Langläufer Dieter Baumann zum Verhängnis geworden ist.
Verhalten überführter Sportler
Alle ertappten Kicker leugneten nach Bekanntwerden ihrer positiven Probe, jemals bewußt Nandrolon konsumiert zu haben. Hier machte auch Thomas Ziemer, Mittelfeld-Spieler beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg, keine Ausnahme. Er war im letzten Bundesliga-Spiel der Saison 1998/99 positiv getestet worden. Sein erhöhter Testosteronwert war auf die Einnahme des anabolen Steroids Androstendion zurückzuführen. Drei Mal stand er in der Folge vor dem DFB-Sportgericht, das ihn letztlich zu einer Sperre von sechs Monaten verurteilte. Doch damit war der Fall noch nicht abgeschlossen. Die Frage blieb, wie das Mittel in Ziemers Körper gelangt ist. Es könnte nämlich durch die verunreinigte Charge eines Nahrungsergänzungsmittels passiert sein. Im Mittelpunkt stand hier plötzlich Nürnbergs damaliger Ernährungsberater Herbert Brand, der Ziemer mit dem Mittel versorgt hatte. Deshalb, so das Urteil, sei nicht eindeutig nachzuweisen, daß Ziemer bewußt gedopt habe. Richter Georg Schnarr: "Sein Verhalten war aber groß fahrlässig, weil er verantwortlich ist für die Mittel, die seinem Körper zugeführt werden." In der Folge schließlich kam es zu einem Expertenstreit, bei dem sich auch der Internist der deutschen Nationalmannschaft, Professor Wilfried Kindermann, zu Wort meldete. Er reagierte auf die (nicht neue) Forderung nach einer kontrollierten Freigabe von Dopingmitteln, die angeblich verhindere, daß Spieler während einer Rehabilitationsphase Schwarzmarkt-Produkte konsumierten (so der Nürnberger Sportmediziner Dr. Wilfried Schießler). Kindermann: "Es ist taktisch unklug, wenn der Arzt eines Vereins, bei dem ein Spieler positiv getestet wurde, solche Vorschläge macht."
Auch Kindermann konnte nicht verhindern, daß die FIFA im März 2001 entschied, vorläufig keine Spieler zu bestrafen, die auf Nandrolon positiv getestet worden sind. Die Reaktion des DFB-Arztes: "Damit ruft die FIFA quasi zum Doping auf." Anhand der aufgezeigten Fälle werden einige jener Probleme deutlich, die auch in anderen Sportarten immer wieder zur Diskussion reizen: Die Kontrollen sind noch immer mangelhaft (obwohl die FIFA der Krösus unter den Sportverbänden ist); der Wille, Doping wirksam zu bekämpfen, ist bei vielen Verantwortlichen nicht zu erkennen; bislang eindeutige Doping-Tatbestände (siehe Nandrolon) werden zunehmend in Zweifel gezogen; ob Kicker zu Erythropoetin (EPO) greifen, ist mangels Nachweisverfahren (noch) unklar; das Muskelaufbaupräparat Kreatin (kommt in den Fußball-Bundesligen häufig zum Einsatz) bleibt umstritten.
Doping in Deutschland
Bei einer Dopingkontrolle wurde am 16. Januar 2000 beim Hallenmaster in München im Urin von Quido Lanzaat vom Zweitligisten Borussia Mönchengladbach die Substanz Tetrahydrocannabinol (http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrocannabinol) (THC), der Wirkstoff von Hasch, entdeckt. Der 20jährige Niederländer erhielt vom DFB-Sportgericht eine achtwöchige Sperre. Die Begründung für die relativ niedrige Strafe: Lanzaat habe nicht bewußt gedopt, sondern sich bloß unsportlich verhalten. Die Spielvereinigung Greuther Fürth, die das Masters-Finale gegen Gladbach mit 2:3 verloren hat, legt Protest ein. Dieser wird zunächst abgeschmettert. Nach einem Antrag des Kontrollausschusses hebt das DFB-Bundesgericht das Urteil am 31. Mai auf und erkennt Gladbach den Masters-Titel ab. Lanzaat wird für drei Monate gesperrt, und der deutsche Fußball hat seinen fünften offiziellen Doping-Fall. Die Affäre um Quido Lanzaat ist exemplarisch, und das in mehrfacher Hinsicht: Doping im Fußball kommt selten vor, erregt normalerweise kaum Aufsehen, wird vergleichsweise gering bestraft und steht oft in Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen wie Hasch, Marihuana, Kokain oder anderen Stimulantien.
Im Bereich des DFB wurde 2005 das Spiel TSV 1860 München gegen Wacker Burghausen annulliert und zur Wiederholung bestimmt, weil der serbische Spieler Nemanja Vučićević das Haarwuchsmittel Finasterid (http://de.wikipedia.org/wiki/Finasterid) eingenommen hatte. Der Fußballer wurde für sechs Monate gesperrt. Die Partie Kickers Emden - Fortuna Düsseldorf wurde mit 2:0 und drei Punkten für Düsseldorf gewertet, da der Spieler Falk Schindler das Präparat "Carboxy Finasteride" eingenommen hatte. Er wurde ebenfalls für sechs Monate gesperrt.
Doping International und im Ausland
Berichte über umfangreiches und systematisches Doping im Fußball wurden aus Italien bekannt. Aufgrund von Nachforschungen einiger Witwen ehemaliger Profis in der Seria A der 60er und 70er Jahre über den plötzlichen Tod ihrer Ehemänner in jungen Jahren kam dieses Thema in Italien an die Öffentlichkeit. In den 70er Jahren soll es wegen Dopings unter anderem bei ehemaligen Spielern von Juventus Turin und AC Mailand zu massiven Gesundheitsschäden bei den Spielern gekommen sein. Den bisher größten Dopingskandal gab es um die Mannschaft der neunziger Jahre von Juventus Turin. Gegen den Juventus Turin Manager Antonio Giraudo, den Klubarzt Ricardo Agricola und den Pharmazeuten Giovanni Rossato lief ein Prozess wegen systematischen Dopings in den 90er Jahren. Zwar ist die Aufklärung im Dopingprozess gegen Juventus Turin Ende Mai 2007 in weiten Teilen im Sande verlaufen, doch hat das Gericht es als erwiesen betrachtet, dass in den 90ern die Spieler der Mannschaft systematisch gedopt wurden. Damals spielten z.B. Zinedine Zidane, Didier Dechamps, Allessandro Del Piero, Gianluca Vialli u.a. Weltstars bei Juventus. Die Mannschaft gewann allein in dieser Zeit des nachgewiesenen Dopings (1994-98) 3 mal die italienische Meisterschaft, 1 mal den italienischen Pokal, 2 mal den italienischen Supercup, jeweils 1 mal die UEFA Championsleague, den europäischen Supercup und den Weltpokal. Der Oberste Gerichtshof Italiens hob den in zweiter Instanz erlassenen Freispruch gegen den früheren Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo und Teamarzt Riccardo Agricola auf, musste dann aber das Verfahren wegen Verjährung einstellen. Damit ist klar, dass der italienische Rekordmeister zwischen 1994 und 1998 durch die Verabreichung leistungsfördernder Arzneimittel tatsächlich Sportbetrug begangen hat, auch wenn er juristisch nicht mehr verfolgt werden kann.
Nach voneinander unabhängigen Aussagen dreier ehemaliger Spieler von Olympique Marseille bekamen die Spieler der Mannschaft vor dem Finale der UEFA Championsleague 1993 gegen AC Mailand Aufputschmittel verabreicht. Nach ihren Aussagen soll sich einzig der deutsche Nationalspieler Rudi Völler dagegen gewehrt und keine Aufputschmittel genommen haben.
Im Zusammenhang mit der Fuentes Affäre, die vor allem im Radsport Schlagzeilen macht (50-60 der insgesamt 200 Kunden sollen Radsportler gewesen sein), wird unter anderem auch von Fussballern als Kunden des Arztes gesprochen.
Der spanische Fußball-Profi Josep Guardiola ist 2005 als erster Spieler in Italien wegen Dopings zu einer Haftstrafe verurteilt worden.
Der aserbaidschanische Abwehrspieler Sergei Sokolov ist am 10. Januar 2007 von der Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA für 18 Monate gesperrt worden, nachdem er am 11. Oktober nach dem EM 2008-Qualifikationsspiel seines Landes in Belgien positiv getestet worden war. Die FIFA hat die Sperre weltweit ausgesprochen, zudem wurde der Fußballverband Aserbaidschans mit 8000 Schweizer Franken (5000 Euro) bestraft. Die verbotene Substanz Betamethasone wurde in der A-Probe in einem Labor in Köln entdeckt, das von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) lizenziert ist. Die Substanz steht auf der Schwarzen Liste der WADA unter der Rubrik S9 (Glucocorticosteroide).
Doping bei Weltmeisterschaften
Auch der prominenteste Doping-Sünder in der Fußball-Geschichte, der Argentinier Diego Armando Maradona, ist - gleich zweimal - nach der Einnahme von Stimulantien erwischt worden. Nachdem er 1991 wegen Kokain-Dopings bereits für 15 Monate gesperrt worden war, wurde er bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA der Einnahme eines ephedrinhaltigen Medikaments überführt. Heute macht der einstige Fußball-Gott vor allem durch seine Entziehungskuren in Kuba und der Schweiz von sich reden. Als er beim Abschiedsspiel für Lothar Matthäus in München zum Einsatz kam, waren die körperlichen Folgen seines jahrelangen Drogenkonsums unübersehbar.
Folgende Fußballer wurden bisher im Rahmen von Fußball-Weltmeisterschaften des Dopings überführt:
- 1974 Ernest Jean Joseph, Haiti
- 1978 Willie Johnston, Schottland
- 1986 Ramon Calderé, Spanien
- 1991 Diego Maradona, Argentinien, Kokain (http://de.wikipedia.org/wiki/Kokain) 15-monatige Sperre
- 1994 Diego Maradona, Argentinien, ephedrinhaltiges Medikament
- 2005 Senad Tiganj, Slowenien, Fenoterol (http://de.wikipedia.org/wiki/Fenoterol)
- 2005 Josep Guardiola, Spanien, in Italien wegen Dopings zu einer Haftstrafe verurteilt
Akuelles
- 30. April 2008: Auch der Stern thematisiert Medikamentenmissbrauch im Sport (http://www.stern.de/sport-motor/fussball/:Medikamentenmissbrauch-Sport-Wie-Smarties/618963.html)
- 29. April 2008: Spiegel Online berichtet (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,550274,00.html) über umfassenden Schmerzmittelmissbrauch im Profifußball. Offenbar nutzen die Profis flächendeckend Mittel wie Voltaren, um den Belastungen des Profifußballs standzuhalten.
- 11. Dezember 2007: Brasiliens Fußball-Altstar Romario ist des Dopings überführt worden. Dem 41-jährigen Weltmeister von 1994 drohe nun eine einjährige Sperre. Romario ist am 28. Oktober nach dem Erstligaspiel zwischen seinem Verein Vasco da Gama Rio de Janeiro und Palmeiras Sao Paulo positiv getestet worden. Romario räumte unterdessen ein, er habe zur Vermeidung von Haarausfall die Substanz Finasterid eingenommen. Finasterid hat zwar keinen leistungssteigernden Effekt, steht aber auf der Dopingliste, weil es den Nachweis anderer eingenommener Substanzen, wie etwa Anabolika behindert.
- 30. August 2007: Einen Tag nach dem Tod des spanischen Fußball-Nationalspielers Antonio Puerta hat es auch in Israel einen Todesfall gegeben. Stürmer Chaswe Nsofwa aus Sambia brach bei einem Trainingsspiel des israelischen Zweitligisten Hapoel Beer Sheva zusammen und konnte auf dem Spielfeld nicht mehr wiederbelebt werden. Im Krankenhaus wurde der 27-Jährige schließlich für tot erklärt.
- 29. August 2007: Nur wenige Stunden nach dem Herz-Tod des Spaniers Antonio Puerta (FC Sevilla) wurde auch der Ligapokal in England von einem Zusammenbruch eines Fußball-Profis überschattet. Abwehrspieler Clive Clarke von Leicester City erlitt in der Halbzeitpause der Zweitrundenpartie bei Nottingham Forest einen Kollaps und musste ins Krankenhaus zur medizinischen Versorgung gebracht werden. Das Spiel wurde daraufhin beim Stand von 1:0 für Nottingham abgebrochen. Über die genauen Ursachen gab der Verein keine Auskünfte.
- 16. August 2007: Doping ist im Fußball weit verbreitet. So das Fazit einer interessanten Reportage in der ARD (http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,bbyh4ch7ffl47vdt~cm.asp). Nachdem was gestern zu sehen war, steht Doping auch im Fußball demnächst ganz oben auf der Tagesordnung. Interessantester Aspekt der Reportage war, dass die Ermittlungen der spanischen Polizei gegen Dopingarzt Fuentes durch die spanische Politik gedeckelt wurden. Und zwar nicht, weil der spanischen Politik der Radsport am Herzen lag, sondern weil Real Madrid und Spieler anderer spanischer Vereine zu den Fuenteskunden gehört haben. Ein Antasten von Real hätte wohl das spanische politische System ins Wanken gebracht. Deshalb die politische Intervention.
- 18. Juni 2007: Der bezahlte Fußball gerät zunehmend unter Dopingverdacht. Der Spiegel berichtet: Die Mauer beginnt zu bröckeln (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,488953,00.html).
- 13. Juni 2007: Doping war in der Bundesliga flächendeckend verbreitet. Gegenüber einer Sportzeitung sagte Fußballtrainer Peter Neururer jetzt: "Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Viele Spieler waren verrückt danach." Als Trainer des damaligen Zweitligisten Schalke 04 will Neururer in der Saison 1989/90 diese Beobachtung gemacht haben. "Das war gang und gäbe im Fußball. Das war überall bekannt und wurde praktiziert. Bis zu 50 Prozent haben das konsumiert. Nicht nur in der Zweiten Liga", sagt Neururer, der keine Namen nennen will. Nicht nur das zu den Stimulanzien gehörende Captagon sei genommen worden. "Alle Ephedrine, die auch von den Radfahrern geschluckt werden.“ gehörten zur Dopingpalette der Fußballer.
- 1. Juni 2007: Der ehemalige Nationalspieler Paul Breitner glaubt, dass auch im Fußball gedopt wird. "Ich gehe zwar davon aus, dass wir seit Einführung der Dopingkontrollen im Profibereich nur mehr von Einzelfällen reden - aber ich würde als Fußballer jetzt nicht mit dem Finger auf die Radlfahrer zeigen", sagte der Weltmeister von 1974 in einem Interview der Münchner Tageszeitung "tz" (http://www.tz-online.de/tzheute/art1061,299274.html). Die Geständnisse im Radsport seien nur der Beginn einer "riesigen Welle, die sich gerade erst aufbaut", sagte Breitner in dem Interview. "Es wird nur wenige Sportarten geben, die am Ende mit einer sauberen Weste davonkommen."
- 29. Mai 2007: Bundestrainer Joachim Löw hält Doping im Fußball zwar für nicht vorstellbar, sieht aber "grundsätzlich" die Möglichkeit, dass auch bei den Kickern manipuliert werden könnte. "Man könnte den Muskelaufbau beschleunigen. Möglicherweise kann man auch die Regeneration positiv beeinflussen", sagte der 47-Jährige. Und: "Die Erholungsphase könnte verkürzt werden. Spieler könnten trotz starker Belastung nach zwei, drei Tagen schneller wieder hohe Leistungen bringen." Allerdings kann sich Löw "nach meinen Erfahrungen in Deutschland" Doping im deutschen Fußball nicht vorstellen. "Wir haben sehr strenge Kontrollen. Seit Jahren werden jeden Spieltag Dopingproben genommen. Niemand weiß, wann es ihn trifft", erklärte der Nachfolger von Jürgen Klinsmann. "Außerdem gibt es unangemeldete Trainingskontrollen, und bei internationalen Spielen oder Turnieren können jederzeit Uefa oder Fifa erscheinen", meinte Löw weiter. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und dessen Klubs würden die Dopingproblematik keineswegs ignorieren. "Vielmehr machen wir in den Vereinen und im Verband gezielte Aufklärungsarbeit", betonte Löw.
- 27. Mai 2007: Bei Juan Román Riquelme soll nach einem Copa-Libertadores-Spiel mit seinen Boca Juniors der Gebrauch von Kortison-Präparaten nachgewiesen worden sein. Edgar Alcaraz, Mannschaftsarzt des paraguayanischen Teams Libertad sagte der Zeitung "ABC", dass Riquelme sowie Daniel Diaz und Matias Silvestre unter Doping-Einfluss gespielt hätten. Die Vorwürfe seien abwegig und haltlos, konterte Jose Maria Veiga, der Team-Arzt der Argentinier.
- 14. Mai 2007: Der Präsident der FIFA, Joseph Blatter, hat Einblick in die Akten der spanischen Radsport-Dopingaffäre "Operacion Puerto" gefordert. Der Schweizer sagte auf der Sitzung des Gründungsrats der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Montreal, er wolle "wissen, was in den Puerto-Akten steht", auch wenn das seinen Sport beträfe: "Es ist von höchster Bedeutung für den Sport und für den Fußball." Bei der "Operacion Puerto" waren im vergangenen Jahr mehr als 200 Blutbeutel im Labor des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes beschlagnahmt worden. Zu den Fahrern, denen die Beutel zugeordnet werden konnten, zählen auch der inzwischen zurückgetretene Jan Ullrich und Giro-Sieger Ivan Basso.
- 7. Mai 2007: In der japanischen J-League wurde der Stürmer Kazuki Ganaha von Kawasaki Frontale zu einer Sperre von sechs Spielen verurteilt, da er zur Heilung eines Grippeanfalls vom Teamarzt eine Knoblauch-Infusion erhielt. Die ungewöhnliche Infusion stellt einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Gesetze der J-League dar. Zwar gilt der Konsum der Substanz selbst nicht als Verletzung der Richtlinien, aber die Art in Form einer intravenösen Aufnahme ist verboten. Darüber hinaus verurteilte die J-League den Club zu einer Geldbuße in Höhe von rund 60.000 Euro.
Weblinks
- UEFA zum Thema Doping (http://de.uefa.com/uefa/keytopics/kind=1/index.html) (Dopingreglement, Dopingliste 2007 etc.)
- Doping im Fußball: "Schärfer und hungriger" (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,410794,00.html) (RUND – das Fußballmagazin, April 2006)
- Doping: "Warum nehmen junge Fußballspieler Mittel für alte Menschen?" (http://www.faz.net/s/Rub906784803A9943C4A3399622FC846D0D/Doc~E1554FF8DFCC0461D9D776B1C210DF4E8~ATpl~Ecommon~Scontent.html) (FAZ, 14. Oktober 2004)
- Fußball ist kein Sport wie jeder andere (http://www.zeit.de/2005/20/Fifa) (Die Zeit, 18. Mai 2005)
Mr. Wong
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