Weltmeisterschaft 1998
aus Worldcupwiki
Die 16. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 10. Juni bis zum 12. Juli 1998 in Frankreich ausgetragen. Weltmeister wurde Frankreich im Finale gegen Brasilien.
| Inhaltsverzeichnis |
Der Gastgeber
Nach 1938 war Frankreich bereits das zweite Mal Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft. Bei der Bewerbung setzte sich Frankreich gegen Marokko und die Schweiz durch. Insgesamt wurde in zehn verschiedenen Stadien Spiele ausgetragen:
Bordeaux - Lens - Lyon - Marseille - Montpellier - Nantes - Paris - Saint Denis - Saint-Étienne - Toulouse
Qualifikation
Folgende 32 Mannschaften qualifizierten sich für die WM 1998:
Afrika: Kamerun - Marokko - Nigeria - Südafrika - Tunesien
Asien: Iran - Japan - Saudi-Arabien - Südkorea
Europa: Belgien - Bulgarien - Dänemark - Deutschland - England - Frankreich - Italien - Jugoslawien - Kroatien - Niederlande - Norwegen - Österreich - Rumänien - Spanien - Schottland
Nord- und Mittelamerika: Jamaika
- Mexiko - USA
Südamerika: Argentinien - Brasilien - Chile - Kolumbien - Paraguay
Modus
Die 32 Teilnehmer wurden in acht Vorgruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizierten sich für das Achtelfinale. Ab dem Achtelfinale wurde das Turnier im K.-o.-System ausgetragen.
Spielergebnisse
Vorrunde
Zum ersten Mal nahmen 32 Mannschaften an der Endrunde einer Weltmeisterschaft teil. Fast alle Favoriten überlebten die erste Runde. Lediglich die Spanier mussten nach einer überraschenden 2:3-Niederlage im Spiel gegen Nigeria bereits vorzeitig die Heimreise antreten. Die Spaßmacher der Vorrunde kamen zweifelsohne aus Jamaika, bei deren Spielen auf den Rängen immer eine fantastische Stimmung herrschte. Ebenfalls enttäuschend war das Abschneiden Kameruns. Nachdem man bei der Weltmeisterschaft 1990 noch bis ins Viertelfinale gekommen war, war dieses Mal, wie schon 1994, bereits nach der Vorrunde Schluss.
Negativer Höhepunkt der Vorrunde waren deutsche Hooligans, die vor dem Spiel gegen Jugoslawien in Lens den französischen Polizisten Daniel Nivel lebensgefährlich verletzten.
Gruppe A
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 6:3 | 6 |
| 2 | | 5:4 | 5 |
| 3 | | 5:5 | 4 |
| 4 | | 2:6 | 1 |
Gruppe B
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 6:2 | 7 |
| 2 | | 4:4 | 3 |
| 3 | | 3:4 | 2 |
| 4 | | 2:5 | 2 |
Gruppe C
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 9:1 | 9 |
| 2 | | 3:3 | 4 |
| 3 | | 3:6 | 2 |
| 4 | | 2:7 | 1 |
Gruppe D
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 5:5 | 6 |
| 2 | | 3:1 | 5 |
| 3 | | 8:4 | 4 |
| 4 | | 1:7 | 1 |
Gruppe E
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 7:2 | 5 |
| 2 | | 7:5 | 5 |
| 3 | | 3:3 | 3 |
| 4 | | 2:9 | 1 |
Gruppe F
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 6:2 | 7 |
| 2 | | 4:2 | 7 |
| 3 | | 2:4 | 3 |
| 4 | | 1:5 | 0 |
Gruppe G
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 4:2 | 7 |
| 2 | | 5:2 | 6 |
| 3 | | 1:3 | 3 |
| 4 | | 1:4 | 1 |
Gruppe H
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | | 7:0 | 9 |
| 2 | | 4:2 | 6 |
| 3 | | 3:9 | 3 |
| 4 | | 1:4 | 0 |
Achtelfinale
Im Achtelfinale wurde ein neuer Superstar geboren, als Michael Owen in der 16. Minute zu einem Solo über den halben Platz ansetzte und zum 2:1 einnetzte. Am Ende nutzte es nichts. Argentinien gewann im Elfmeterschießen nach einem turbulenten Spiel mit einem Platzverweis für David Beckham. Italien kam glanzlos gegen Norwegen weiter, während Frankreich auch noch die Verlängerung benötigte, um Paraguay zu bezwingen. Deutschland kam glücklich gegen die eigentlich stärkeren Mexikaner weiter. Oliver Bierhoff erzielte kurz vor Ende der Partie das 2:1. Größte Enttäuschung des Achtelfinales waren die hoch eingeschätzen Nigerianer, die gegen Dänemark eine herbe Klatsche kassierten und die Heimreise antreten mussten.
Die Brasilianer kamen mühelos gegen Chile weiter. Kroatien gewann in einem äußerst schwachen Spiel gegen Rumänien durch ein Tor von Davor Šuker. Die Niederlande kamen glücklich gegen Jugoslawien weiter. Das Siegtor fiel erst in der 90. Minute, zuvor hatten die Jugoslawen beim Stande von 1:1 einen Elfmeter verschossen.
| 27. Juni 1998 | Marseille | | - | | 1:0 (1:0) | |
| 27. Juni 1998 | Paris | | - | | 4:1 (3:0) | |
| 28. Juni 1998 | Lens | | - | | 1:0 n.GG. (0:0, 0:0) | |
| 28. Juni 1998 | Saint-Denis | - | | 1:4 (0:3) | ||
| 29. Juni 1998 | Montpellier | - | | 2:1 (0:0) | ||
| 29. Juni 1998 | Toulouse | - | | 2:1 (1:0) | ||
| 30. Juni 1998 | Bordeaux | - | | 0:1 (0:1) | ||
| 30. Juni 1998 | Saint-Étienne | - | | 6:5 n.E. (2:2, 2:2, 2:2) |
Viertelfinale
Im Viertelfinale kam es zu 4 dramatischen Partien.
Bei Italien gegen Frankreich blieb es 120 Minuten lang torlos. Im Elfmeterschießen hatten die Franzosen jedoch die besseren Nerven. Pechvogel des Spiels war Luigi di Biagio, der den letzten und entscheidenden Elfmeter an die Querlatte setzte.
Brasilien zitterte sich gegen den Underdog aus Dänemark ins Halbfinale. Nachdem Dänemark zunächst mit 1:0 in Führung gehen konnte, drehten die haushoch favorisierten Brasilianer das Spiel noch vor der Pause. Der 2:2 Ausgleich gelang Brian Laudrup ehe Rivaldo nach einer Stunde die Südamerikaner erneut in Führung brachte. Kurz vor Schluss hatte Dänemark durch Marc Rieper noch zwei große Chancen, die allerdings kläglich vergeben wurden und Brasilien ins Halbfinale brachten.
In einem hochklassigen Spiel zwischen den Niederlanden und Argentinien behielten die "Oranjes" mit 2:1 die Oberhand. Spieler des Tages war Dennis Bergkamp, der das 1:0 vorbereitete und in der Nachspielzeit das 2:1 Siegtor selbst erzielte.
Deutschland schied trotz der wohl stärksten Leistung im Turnier gegen Kroatien aus. Ein umstrittener Platzverweis gegen Christian Wörns in der 40. Minute brachte Deutschland auf die Verliererstraße. Kroatien nutzte die Überzahl in der Folgezeit clever aus und kam so zu einem 3:0 Erfolg und zu einer erfolgreichen Revanche für das Aus im Viertelfinale bei der EM 1996.
| 3. Juli 1998 | Saint-Denis | | - | | 3:4 n.E. (0:0, 0:0, 0:0) | |
| 3. Juli 1998 | Nantes | | - | | 3:2 (2:1) | |
| 4. Juli 1998 | Marseille | | - | | 2:1 (1:1) | |
| 4. Juli 1998 | Lyon | - | | 0:3 (0:1) |
Halbfinale
Brasilien hatte im Halbfinale gegen die Niederlande die besseren Nerven und konnte sich im Elfmeterschießen durchsetzen. Während der regulären Spielzeit brachte Ronaldo die Selecao in Führung. 3 Minuten vor Schluss glich Patrick Kluivert aus und erzwang somit das Elfmeterschießen, nachdem die Verlängerung torlos geblieben war. Während bei Brasilien alle Schützen verwandelten, scheiterten Ronald de Boer und Phillipe Cocu an Taffarel.
Frankreich konnte gegen Kroatien seinen Siegeszug fortsetzen. Nachdem es zur Halbzeit noch 0:0 gestanden hatte, begann die 2. Hälfte mit einem Paukenschlag. Davor Šuker brachte die Balkankicker durch seinen 5. Turniertreffer in Front. Die von 80.000 Zuschauern angepeitschte "Equipe tricolore" glich allerdings postwended durch Lilian Thuram aus. In der 70. Minute war es dann erneut Lilian Thuram, der Frankreich durch seinen zweiten Treffer an diesem Abend erstmals in ein WM-Finale brachte. Es waren Thurams einzige Tore für die Nationalmannschaft.
| 7. Juli 1998 | Marseille | | - | | 5:3 n.E. (0:0, 1:1, 1:1) | |
| 8. Juli 1998 | Saint Denis | | - | | 2:1 (0:0) |
Spiel um Platz 3
Im kleinen Finale zwischen Kroatien und den Niederlanden setzte sich am Ende der WM-Debütant vom Balkan durch. Torschütze des 2:1 Siegtreffers war erneut Davor Šuker, der sich damit die alleinige Führung in der Torschützenliste sicherte und somit Torschützenkönig der WM 1998 wurde. Den Niederlanden merkte man die Enttäuschung nach der Halbfinalpleite an. Kroatien belegte am Ende verdient Platz 3.
| 11. Juli 1998 | Paris | | - | | 1:2 (1:2) |
Finale
Am 12. Juli war es so weit. Endlich fand das mit Spannung erwartete Finale zwischen Rekordweltmeister Brasilien und Gastgeber Frankreich statt. Vor dem Spiel gab es reichlich Verwirrung um den brasilianischen Stürmerstar Ronaldo, der bis wenige Minuten vor dem Spiel auf dem Spielberichtsbogen fehlte. Letztendlich stand er dann aber doch beim Anpfiff auf dem Feld.
Auf dem Platz zeigte dann an diesem Abend aber ein anderer seine große Klasse. Spielmacher Zinedine Zidane ebnete seinem Team den Weg zum ersten großen Titel seit 1984. Zidane traf zweimal per Kopf nach Eckbällen. Die brasilianische Nationalmannschaft konnte den stark aufspielenden und von 74.000 Zuschauern unterstützen Franzosen nichts entgegensetzen. Selbst als Frankreich nach einem Platzverweis von Marcel Desailly die letzten 20 Minuten in Unterzahl spielen musste gelang es den Südamerikanern nicht die französische Abwehr um Torhüter Fabien Barthez zu überwinden. Den Schlusspunkt setzte Emmanuel Petit mit dem 3:0 in der Nachspielzeit.
Die brasilianische Mannschaft blieb weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Insbesondere Ronaldo wirkte streckenweise lethargisch. Dies führte in Brasilien zu vielen Fragen, was das brasilianische Parlament sogar motivierte, dazu einen Untersuchungsausschuss einzurichten, der den Einfluss des Sponsors Nike auf die Nationalmannschaft untersuchen sollte.
| 12. Juli 1998 | Saint Denis | | - | | 0:3 (0:2) |
Statistik
Beste Torschützen
| Name | Land | Tore | |
| Davor Å uker | Kroatien | 6 | |
| Gabriel Batistuta | Argentinien | 5 | |
| Christian Vieri | Italien | 5 | |
| Ronaldo | Brasilien | 4 | |
| Luis Hernandez | Mexiko | 4 | |
| Marcelo Salas | Chile | 4 |
Die Stars der Weltmeisterschaft
- Gabriel Batistuta, Argentinien
- Dennis Bergkamp, Niederlande
- Laurent Blanc, Frankreich
- Luis Chilavert, Paraguay
- Didier Deschamps, Frankreich
- Michael Owen, England
- Rivaldo, Brasilien
- Davor Å uker, Kroatien
- Zinedine Zidane, Frankreich
Weblinks
- Alle Details auf Fussballdaten.de (http://www.fussballdaten.de/wm/1998)
Uruguay 1930 | Italien 1934 | Frankreich 1938 | Brasilien 1950 | Schweiz 1954 | Schweden 1958 | Chile 1962 | England 1966 | Mexiko 1970 | Deutschland 1974 | Argentinien 1978 | Spanien 1982 | Mexiko 1986 | Italien 1990 | USA 1994 | Frankreich 1998 | Südkorea/Japan 2002 | Deutschland 2006 | Südafrika 2010 | 2014
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