Reiseinformationen zur WM 2010 in Südafrika
aus Worldcupwiki
21. Januar 2008 - Das WorldcupWiki stellt im Folgenden die wichtigsten Tipps für die Planung der Reise in zwei Jahren zur Fußball-WM nach Südafrika zusammen. Was muss unbedingt beachtet werden? Wie gefährlich ist der Aufenthalt dort? Welche Reisen kann ich jetzt schon buchen? Wie komme ich an Tickets?
| Inhaltsverzeichnis |
Sicherheit
Sorgenvoll blicken die Experten bisher auf die nächste Weltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 in zehn Austragungsorten stattfindet. Denn bisher fehlt ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept. Südafrika möchte das Konzept der öffentlichen Fanfeste nicht nur von Deutschland übernehmen, sondern ausbauen. Bei einer Arbeitslosigkeit von regional fast 40 Prozent und einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 500 Euro nur zu verständlich. Welcher Südafrikaner kann sich schon ein Ticket für 170 Euro leisten?
| Reisewarnung des Auswärtigen Amtes |
|---|
| Die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt sollten nach Geschäftsschluss und an Sonntagen gemieden werden. Auch tagsüber wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form unter ortskundiger Führung stattfinden.' |
| Bei Ausflügen in Nationalparks ( u.a. Tafelberg ) und zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas ( z.B. Rhodes Memorial ) sollte man keine einsam gelegenen Wanderwege benutzen und unbelebte Gegenden meiden. Für Einzelreisende empfiehlt es sich hier generell Anschluss bei den meist vor Ort vorhandenen grösseren Reisegruppen zu suchen. |
| Abgeraten wird vom Benutzen der Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria, Durban und z.T. in Kapstadt (allenfalls 1. Klasse, nur zu Hauptverkehrszeiten). |
| Taxis sollte man möglichst bei zuverlässigen, bekannten Unternehmen reservieren. Rucksacktouristen sollten auf sichere Unterkünfte und sicheren Transport achten. Von Fahrten per Anhalter und mit sog. Minibustaxis wird dringend abgeraten. Von Fremden angebotene Getränke in Bars oder Restaurants sollte man nicht annehmen. Fälle, in denen „K.O.-Tropfen“ beigemischt werden, werden auch in Südafrika häufiger. |
| Wegen der Gefahr von Fahrzeugentführungen und sog. „smash-and-grab“-Überfällen sollten im Auto die Fenster immer geschlossen und die Türen von innen verriegelt sein. Handtaschen, Photoapparate usw. sollten nicht sichtbar im Auto liegen. |
| Es wird empfohlen, bei Fahrten in zentrale ländliche Teile der Provinz Kwazulu-Natal und durch die sog. Transkei in der Provinz Eastern Cape möglichst Hauptverkehrsstraßen zu nutzen. In den übrigen Landesteilen sollten Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr unternommen werden, da Autopannen nach Einbruch der Dunkelheit ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. |
| Es wird davon abgeraten, an Aussichtspunkten oder Rastplätzen Halt zu machen, wenn dort keine anderen Touristen in Sichtweite sind. |
| Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, für die Dauer des Aufenthaltes ein Mobiltelefon zu benutzen. Südafrikanische SIM-Karten mit Prepaid-Funktion („air time“) sind für unter 5 € erhältlich. |
Höchste Kriminalität weltweit
Aber Public Viewings in Johannesburg, der Stadt mit einer der höchsten Kriminalitätsraten der Welt, das verlangt noch ein ganz anderes Sicherheitskonzept als ein Fanfest in Leipzig.
Nach dem Raubmord an dem ehemaligen österreichischen Torhüters Peter Burgstaller vor der Auslosung in Durban verschärft sich die Diskussion über die Gefahren in Südafrika. "Wir werden das Thema Sicherheit vor der WM 2010 ganz bewusst in den Vordergrund rücken", sagte Bundestrainer Joachim Löw.
Als Trauerrede taugten Joseph S. Blatters Ablenkungsversuche nicht. "Das Opfer war kein Delegationsmitglied", sagte der Präsident des Weltverbandes Fifa. Sicher, der Mord an dem ehemaligen Profitorwart Peter Burgstaller kurz vor der Gruppenauslosung für die Qualifikation zur WM 2010 in Durban sei "ein bedauernswerter Mord an einem Touristen aus Österreich". Aber das Verbrechen habe nichts mit der Präsenz der FIFA in Südafrika zu tun. Es war der misslungene Versuch, die Sicherheitsprobleme im Land des Ausrichters der Weltmeisterschaft 2010 herunter zu spielen. Blatters Aussagen hätten verraten, "wie gefühlskalt Mächtige doch denken", zürnte die österreichische Zeitung "Kurier".
Blatter wirkte wie ein Anwalt im Kampf gegen erdrückende Beweise: 52 Menschen werden in Südafrika täglich ermordet, pro 100.000 Einwohner gab es jährlich zuletzt rund 40 Morde – knapp zehnmal mehr als in der Schweiz. Fast zeitgleich mit Burgstaller, hatte Blatter gesagt, sei in Zürich doch auch ein 16 Jahre altes Mädchen erschossen worden. Ernst Middendorp, der zwei Jahre Trainer des Renommierklubs "Kaiser Chiefs" in Johannesburg war, sieht die Lage in Südafrika kritischer. In der österreichischen Kronenzeitung sagte er am 5. Januar 2008: Wenn man nachts aus einem Restaurant komme, sollte man sofort ein Taxi nehmen. Es könne unangenehme Folgen haben, wenn man 500 Meter zu Fuß geht. Problemviertel sollte man überhaupt meiden. Die Innenstadt-Viertel südafrikanischer Metropolen sind von der Regierung zum Teil aufgegeben und gesetzloses Niemandsland. Sogar das Auswärtige Amt warnt: "Die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt sollten nach Geschäftsschluss und an Sonntagen gemieden werden. Auch tagsüber wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Sowohl Stadtbesichtigungen als auch Township-Besuche sollten in organisierter Form unter ortskundiger Führung stattfinden." Die betuchten Ausländer und Einheimische haben sich in Villenvierteln draußen hinter Sicherheitsanlagen und privaten Sicherheitsdiensten verbarrikadiert.
Notfalls bei Rot über die Ampel
Wegen der Gefahr von Autoraub, dass in Südafrika als Carjacking bezeichnet wird, oder Smash-and-grab-Überfällen ist angeraten, die Fenster und Türen immer geschlossen und von innen verriegelt zu halten. Etliche Straßenkreuzungen sind als so genannte "Crime Hotspots" gekennzeichnet. Dort darf man mit dem Auto selbst bei rot geschalteter Ampel über die Kreuzung fahren, um nicht anhalten zu müssen. Sicherheitsfirmen bauen Peilsender in die Wagen ein, damit gekaperte Autos mit Hubschraubern und per Motorrad gejagt werden können.
Langsam schwant den Verantwortlichen, dass die 450.000 WM-Touristen keine normale WM erwartet – leider nicht allein im Sinne der beispiellosen Fußball-Begeisterung. Auch wenn sich Franz Beckenbauer angesichts der Negativschlagzeilen zu einem demonstrativ entspannten Spaziergang an der Uferpromenade von Durban entschloss ("Das Wetter ist großartig"), werden die deutschen Nationalspieler ihre Freizeit wohl bei der WM 2010 nicht so eigenständig wie bei der WM 2006 verbringen können.
Das hat wohl keiner besser verinnerlicht als Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff selbst. Er hatte eine Tasche mit seinen beiden Handys und dem Reisepass am Frühstückstisch seines Hotels unbeaufsichtigt liegengelassen und nie wieder gesehen. "Man muss einfach bestimmte Regeln einhalten", ärgerte sich Bierhoff. Zu denen gehört in Südafrika auch, nicht allein Golf zu spielen – wie es Burgstaller am Freitagabend in seinem rund 80 Kilometer von Durban entfernten Hotel getan hat. Der bis dato letzte Mord an einem Touristen in der Urlaubsmetropole lag Monate zurück, doch auf den weitläufigen Golfkursen gibt es immer wieder Überfälle.
Landkarten mit No go-Areas an WM-Touristen
Längst haben sich die Südafrikaner an die allgegenwärtige Kriminalität gewöhnt. Für die WM gibt es allerdings Hoffnungsschimmer: Es häufen sich die Anzeichen, dass die Regierung ihre halbherzige Haltung in der Verbrechensbekämpfung aufgibt. Für dieses Jahr wurde der entsprechende Etat um 700 Millionen Euro erhöht, bis zur WM sind acht Milliarden Euro vorgesehen. Mit Überwachungskameras und Sicherheitsdiensten sollen vor allem so genannte "Prioritätszonen" wie Flughäfen, Stadien und Hotelgegenden gesichert werden. Das Organisationskomitee LOC überlegt zudem, Landkarten an WM-Touristen mit No go-Areas zu verteilen. D.h. auf denen sollen dann Gegenden gekennzeichnet werden, die Fans besser meiden sollten. Stolz verweist das LOC auch darauf, dass Südafrika die Sicherheit bei der Kricket-WM 2003 gewährleistet habe: Lediglich drei Prozent der Fans gaben an, von Verbrechen betroffen gewesen zu sein.
Die Nachhaltigkeit der bisherigen Maßnahmen kann bezweifelt werden. Kurz vor der Auslosung in Durban wurden die meisten der rund 200 Straßenkinder Durbans von der Polizei "wegen Rumlungerei" verhaftet. Den 3000 Delegierten des Weltverbandes FIFA sollte das Dauerproblem erspart werden.
Ende letzten Jahres hat die Regierung von Südafrika verkündet, dass bei der WM 2010 in Südafrika mehr als 40.000 Polizeikräfte speziell für das Tournier abgestellt werden. Nach Angaben des stellvertretenden Polizeipräsidenten, Andre Pruis, werden davon 31.000 reguläre Polizeikräfte und 10.000 Reservisten sein. Die Gesamtzahl der Polizeikräfte in Südafrika soll bis 2010 bei 195.000 liegen. Außerdem werden acht neue Polizeihubschrauber angeschafft, was die Gesamtzahl auf insgesamt 46 Helikopter erhöht. Pruis sagte weiter, die neue Ausrüstung der Polizei werde bis Ende Februar 2009 und damit rechtzeitig zum Confederations Cup einsatzbereit sein.
Attraktion Südafrika
Das Herz der WM wird zweifelsohne in Johannesburg, dem wirtschaftlichen Zentrum des südlichen Afrikas, schlagen. Gleich zwei der insgesamt zehn WM-Arenen befinden sich in der Millionenstadt. In Johannesburg und Umgebung werden fast zwei Drittel aller Spiele stattfinden. In der benachbarten Hauptstadt Pretoria, in Rustenburg, nur 200 Kilometer entfernt auf dem Wege nach Sun City sowie in den etwas weiter entfernten Städten Bloemfontein, Nelspruit und Polokwane.
Safaris, Wildlife und More
In Kapstadt, einer der schönsten Städte der Welt mit dem Wahrzeichen des Landes, dem Tafelberg, findet ein Halbfinale statt. Noch weiter östlich an der Küste und an der traumhaften Gartenroute liegen zwei weitere Austragungsorte: Port Elizabeth und Durban, wo auch die Auslosung der Qualifikationsgruppen statt fand.
Südafrika ist eines der attraktivsten und aufregendsten Länder der Erde. Wildlife-Resorts und Lodges sind über das ganze Land verteilt. Auf Jeep-Safaris in Wildcamps fühlen Sie sich wie im Filmklassiker Jenseits von Afrika. Im Krügerpark, wirbt der Fußballreisveranstalter Vietentours, erleben Sie die sogenannten Big Five: Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel.
| Stadt | Stadion | Kapazität | Lage |
|---|---|---|---|
| Johannesburg | Soccer City (im Bau) | 96.000 | Das Herz des Landes im Norden Südafrikas, sechs Stunden von der Küste des Indischen Ozeans entfernt |
| Johannesburg | Ellis-Park-Stadion | 60.000 | |
| Durban | King-Senzangakhona-Stadion (im Bau) | 70.000 | Zweitgrößte Stadt, am Indischen Ozean gelegen |
| Kapstadt | African Renaissance Stadium (im Bau) | 68.000 | Die schönste Stadt Südafrikas, nahe Kap der Guten Hoffnung am Atlantik |
| Pretoria | Loftus-Stadion | 52.000 | Die Hauptstadt liegt nur 50km nördlich von Johannesburg |
| Port Elizabeth | Nelson-Mandela-Bay-Stadion (im Bau) | 50.000 | Am Indischen Ozean, Ausgangsort der Garden Route nach Kapstadt |
| Nelspruit | Mbombela-Stadion (im Bau) | 43.500 | Ausgangspunkt für den Krügerpark, vier Stunden von Johannesburg |
| Bloemfontein | Free-State-Stadion | 40.000 | Industriestadt, sechs Stunden südlich von Johannesburg |
| Polokwane | Peter-Mokaba-Stadion | 40.000 | Der nördlichste Austragungsort, vier Stunden von Johannesburg |
| Rustenburg | Royal-Bafokeng-Stadion | 40.000 | Nahe Johannesburg und dem Urlaubs- und Spielerparadies Sun City |
Alle Leistungen aus einer Hand
Einige Reiseanbieter bieten komplett Reisen (Flug, Hotel und Ticket) für hohe Preise an. Wie schon bei den vergangenen acht Welt- und Europameisterschaften seit 1994 in den USA, ist Vietentours der offizieller Reiseveranstalter für Deutschland. Günstiger, aber aufwendiger ist die eigene Organisation der Reise.
Hotels
Im Einzugsgebiet eines jeden Spielortes sollten früh Hotelzimmer gebucht werden. Reiseführer wie wie Vietentours buchen viele Monate im Voraus insbesondere natürlich in den Städten, in denen die Spiele der deutschen Mannschaft stattfinden werden.
Eine der besten Adressen in Johannesburg ist das The Grace Hotel (http://www.grace.co.za). Es hat 73 Zimmer und liegt im vornehmen Viertel Rosebank. Doppelzimmer kostet ab 3000 Rand (311 Euro).
Ein empfehlenswertes Restaurant ist auch das Forum Homini (http://www.forumhomini.com). Außerhalb von Johannesburg in einem kleinen Wildreservat mit Zebras und Antilopen liegt dieses Luxushotel mit 14 Suiten und einem Gourmetrestaurant. Das Doppelzimmer kostet ab 3400 Rand (353 Euro).
Die günstigere Variante ist auch in Südafrika: Bed and Breakfast. Die Agentur Portfolio (http://www.portfoliocollection.com) vermittelt gehobene Privatunterkünfte in ganz Südafrika. Die Preise starten ab 320 Rand (33 Euro).
Transfers & Touristik
Lufthansa und South African Airways (SAA) täglich ab Frankfurt, SAA fliegt ab November viermal pro Woche ab München nach Johannesburg, die Preise schwanken stark nach Saison, ab 1000 Euro. Vor Ort reisen Sie mit komfortablen Reisebussen, Van oder Flugzeug. Eine umfangreiche Auswahl an Vor- und Nachtouren ermöglicht Ihnen, die Schönheit des Landes oder die Nachbarländer wie Mozambique, Botswana, Zimbabwe oder Namibia kennen zu lernen.
| Termin | Fakten und Termine zur WM 2010 |
|---|---|
| August 2007 | Beginn der Qualifikationsspiele in Asien, Ozeanien und Südamerika |
| Aug./Sept.2008 | Beginn der Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft |
| 14.-28.6.2009 | Confederations Cup |
| 4.12.2009 | Endrundenauslosung |
| 11.6.2010 | Eröffnungsspiel in Johannesburg |
| 6.7. / 7.7.2010 | Halbfinalspiele in Kapstadt und Durban |
| 11.7.2010 | Finale in Johannesburg |
WM-Tickets
Werden ca. ein Jahr vorher über die Internetseite der FIFA verkauft. Man kann davon ausgehen, dass das Verfahren ähnlich wie bei der Weltmeisterschaft 2006 sein wird. Sicher ist, dass lange nicht so viele internationale Gäste nach Südafrika reisen werden wie zur WM in Deutschland, da das Land am Kap für die meisten nur per Flug zu erreichen ist und daher die knappen Flugkapazitäten ein Problem darstellen. Es zeichnet sich somit eine geringere Nachfrage ab, so dass die Chancen besser als bei der WM 2006 stehen, die Spiele live im Stadion zu verfolgen.
Weblinks
- WM-Frühbucher überraschen Hotelbetreiber (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,482791,00.html) (Spiegel, 14. Mai 2007)
- Reiseinformationen der FIFA (http://de.fifa.com/worldcup/destination/index.html)
- Vietentours (http://www.vietentours.com/wm2010/index.htm)
- Allgemeine Infos zu Südafrika (http://www.touring-afrika.de/de/suedafrika/index.htm)
Mr. Wong
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