WM-Check 100 Tage vor der WM

aus Worldcupwiki

Wie gut sind die 32 Mannschaften in Form? Am 1. März 2006, genau 100 Tage vor dem Eröffnungsspiel der WM testeten 27 von ihnen. Wie gut ist unsere Mannschaft nach dem Italien-Debakel?

Wie sind die Top-Favoriten Brasilien und Argentinien drauf, was machen Engländer, Portugiesen? Wer kann für eine Überraschung sorgen?

Inhaltsverzeichnis

Kandidaten auf den WM-Titel

  • Brasilien Brasilien: Der knappe 1:0-Sieg in Moskau bei Temperaturen von Minus 10 Grad ist wenig aussagekräftig, da sich die Brasilianer bei uns im Sommer sicherlich wohler fühlen werden. Das Testspiel davor gewannen die Südamerikaner gegen die Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi gleich mit 8:0. Bis zum Sommer werden auch die Torhüter und Kapitän Cafu wieder fit sein. Aber Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat bei dem Kader sowieso nur Luxusprobleme, da die Ersatzbank erstklassig besetzt ist. Auch wenn sich Superstar Ronaldo in Madrid nicht mehr wohl fühlt, ist er in guter Form (erzielte das 1:0 gegen Russland und hat in 17 Ligaspielen zehn Mal getroffen). Für den Titelverteidiger kann die WM kommen.
  • Argentinien Argentinien hat zwar in Basel 2:3 (1:2) gegen Kroatien verloren, muss jedoch weiterhin zu den Favoriten der WM gezählt werden. Die Top-Offensivkräfte Messi, Crespo und Tevez ließen immer wieder ihre Weltklasseniveau durchblitzen. Vor allem der Jungstar Lionel Messi vom FC Barcelona ist in bestechender Form. Jedoch hinterließ die Abwehr einen "zwiespältigen Eindruck". Da die Abwehr bei der WM wieder auf die erfahrenen Verteidiger Ayala und Sorin zurückgreifen kann, wird die Mannschaft insgesamt einen gefestigteren Eindruck machen und nicht mehr körperlos und undiszipliniert in die Zweikämpfe gehen.
  • Italien Italien spielte gegen den WM-Gastgeber Deutschland hervorragend und dominiert beim 4:1 nach belieben. Schon zuvor hatte Italien in einem Testspiel die Niederlande mit ausgeklügelten Taktik 3:1 bezwungen. Der stärkste Mannschaftsteil von Italien ist wohl der Angriff mit Toni, Gilardino, Del Piero und Inzaghi. In der WM-Gruppe mit Tschechien, Ghana und den USA dürfte Italien Gruppenerster werden, als Zweiter besteht schon die Gefahr auf Brasilien zu treffen.

Halbfinal-Kandidaten

  • Niederlande Niederlande gewinnt in der Amsterdam Arena knapp mit 1:0 gegen Deutschland Gruppengegner Ecuador. Das Tor des Tages schoss der junge Nationalspieler Dirk Kuyt von Feyenoord Rotterdam in der 49. Minute. Die Niederlande waren stark ersatzgeschwächt in das Spiel gegangen: Es fehlten die drei Hamburger Bundesligaprofis Rafael van der Vaart, Nigel de Jong und Khalid Boulahrouz, zudem Ruud van Nistelrooy und die beiden Mittelfeldspieler Edgar Davids und Wesley Sneijder. Trotzdem konnte die B-Elf von Bondscoach Marco van Basten das Spiel kontrollieren. Auch wenn die Niederlande in die Hammergruppe C mit Argentinien, der Elfenbeinküste und Serbien-Montenegro gelost wurde, sind sie, wenn sie die Gruppenphase überstanden haben, mit ein Halbfinalkandidat.
  • England England gewinnt knapp mit 2:1 (0:1) gegen Uruguay. Joe Cole (90.+3) bescherte dem Team von Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson den Sieg gegen Uruguay in der Nachspielzeit. Zuvor hatte Peter Crouch (75.) in Liverpool die Führung der Gäste durch Pouso (26.) ausgeglichen. Der Titelträger von 1966 wird bei der WM mit schätzungsweise 40.000 Fans im Sommer nach Deutschland kommen. Sorgen macht man sich auf der Insel besonders um den verletzten Owen, der aber nach seinem Mittelfußbruch bis zur WM fit werden sollte. Campbell zeigte in letzter Zeit nur durchschnittliche Leistungen. The Lions sind mit den Stars um Beckham, Rooney, Gerrard, Lampard und Rio Ferdinand ein Halbfinal-Kandidat.

Viertelfinal-Kandidaten

  • Portugal Portugal zeigt sich in Top-Form. Die Mannschaft von Luis Felipe Scolari überzeugte beim 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Saudi-Arabien in Düsseldorf. Superstar Luis Figo von Inter Mailand machte eine gute Partie wie der Stuttgarter Bundesliga-Profi Fernando Meira in der Innenverteidigung.
  • Kroatien Kroatien zeigt sich derzeit in bester Verfassung und besiegte WM-Favorit Argentinien in Basel mit 3:2 durch die Tore von Klasnic (3.), Srna (52.) und Simic (92.). Trainer Zlatko Kranjcar hat ähnliche Sorgen wie Klinsmann: Einige seiner Spieler sitzen bei ihren Vereinen nur auf der Bank. Robert Kovac bei Juventus Turin, Dario Simic bei AC Milan, Jerko Leko bei Dynamo Kiew oder Igor Tudor in Siena. Beim Testländerspiel am 29. Januar verlor man gegen Südkorea mit 0:2. Das Kroatien wieder wie bei der WM 1998 für eine Überraschung sorgt und Dritter wird, ist unwahrscheinlich, aber ins Viertelfinale könnte die Mannschaft schon vordringen.
  • Tschechien Tschechien verspielte in der Türkei hingegen in der Schlußphase eine 2:0-Führung und mußte sich mit einem 2:2 begnügen. Die Tschechen hoffen, dass ihre Stürmer Koller und Lokvenc bis zur WM wieder gesund und in Form sind. In Deutschland erwartet man rund 50.000 Schlachtenbummler aus dem Nachbarland, die ihre Mannschaft nach vorne treiben werden. Den Gastgebern sind die Tschechen noch von der EM 2004 in schlechter Erinnerung, als Baros das Aus der deutschen Elf besiegelte.
  • Deutschland Deutschland befindet sich derzeit in mittelmäßiger Form. Als Brennpunkt schlecht hin gilt die Abwehrformationen. Beim Italien-Debakel war die junge Abwehrreihe um Huth, Mertesacker, Metzelder und Friedrich überfordert. Das Mittelfeld um Kapitän Michael Ballack ist gegen starke Gegner, die ab dem WM-Achtelfinale drohen, machtlos. Spieler wie Huth und Mertesacker kommen in ihren Vereinen kaum zum Zug und die fehlende Spielpraxis führt zu Verunsicherung und Abstimmungsproblemen. Immerhin kann gegen kleinere Gegner wie die USA noch 4:1 gewonnen werden. Mit dem Heimbonus ist das Viertelfinale machbar. Geträumt werden darf natürlich trotzdem.
  • Schweden Schweden war einer der besten der Qualifikationsrunde. Gegen England hat Schweden seit mehr als 40 Jahren eine reine Weste (seit dem nie verloren), und die beiden anderen Gruppengegner sind nicht Ernstzunehmen. 1/8-Finale ist mindestens drin, eher sogar mindestens 1/4-Finale. - Jenny
  • Schweiz Schweiz gewinnt gegen Schottland 3:1 und zeigt auch im Hinblick auf die WM ihre Qualitäten. Ähnlich solide und geschlossen wie im vergangenen Jahr, trat die Mannschaft von Köbi Kuhn auf. Die Schweizer zeigten die spielerische Überlegenheit und auch die bessere Organisation, so dass der Trainer die Chance hatte gleich drei Debütanten einzusetzen.
  • Spanien Spanien gewinnt in Valladolid gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste mit 3:2 (1:1). Spanien spielt in der Gruppe H gegen Ukraine, Tunesien und Saudi-Arabien. Schon ab dem Achtelfinale droht Frankreich. Probleme gibt es derzeit mit den Spielgestaltern: Sowohl Xavi als auch Valeron fallen durch Kreuzbandrisse aus. Da Spanien keine typische Turniermannschaft ist und es einige stärkere Teams gibt, ist das Viertelfinale wohl realistisch.
  • Polen Polen hat - was die Leistungen in der Qualifikation betrifft - zurzeit die stärkste Manschaft seit Jahren. Sogar ein Gruppensieg gegen England war in Reichweite. In diesem Jahr sind aber viele Spieler nicht in Form (fehlende Spielpraxis, Verletzungen), sodass Polen nur Außenseiterchancen hat.

Achtelfinal-Kandidaten

Vorrundenaus

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