WM 2006-Schiedsrichter

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Die Spiele der Weltmeisterschaft 2006 werden von nur 23 Schiedsrichtern geleitet. Deutschland wird durch Schiedsrichter Markus Merk aus Kaiserslautern vertreten sein. Am Freitag, den 31. März 2006 wurden die 23 Schiedsrichter von der Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes FIFA für die Leitung der insgesamt 64 WM-Spiele nominiert. Für den 44-Jährigen ist es die zweite WM-Teilnahme nach 2002 in Japan und Südkorea.

Bei der WM gelangen 23 Unparteiische aus 23 Nationen zum Einsatz - diesen Entscheid fällte die FIFA-Schiedsrichterkommission, unter dem Vorsitz von Ángel María Villar Llona (Spanien), bei ihrer Sitzung vom 31. März 2006 in Zürich.

Die Schiedsrichterkommission hatte die schwierige Aufgabe, für die WM 2006 aus 44 Kandidaten 23 Teilnehmer auszuwählen. Bei der Urteilsfindung stützten sich die Verantwortlichen auf die Leistungen der 44 Kandidaten bei FIFA-Turnieren, kontinentalen Wettbewerben und in nationalen Ligen in den vergangenen 18 Monaten. Ebenso gewichtet wurden die Auftritte der Schiedsrichter bei zwei FIFA-Lehrgängen in Frankfurt. Dort - vom 12. bis 16. Februar 2005 und vom 21. bis 25. März 2006 - wurden die Spielleiter eingehend getestet. Beim jüngsten Lehrgang hatten sie sich einer umfassenden medizinischen Vorsorgeuntersuchung und einem Fitnesstest zu unterziehen. Zudem fanden ein psychologischer Test und Einzelgespräche der Kandidaten mit Mitgliedern der FIFA-Schiedsrichterkommission statt.

Während des zweiten Lehrgangs in Frankfurt wurden die Schiedsrichter auch über die Regelinterpretationen informiert, die der International Football Association Board (IFAB), der Gralshüter über die Spielregeln, bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Der IFAB fordert die Schiedsrichter und ihre Assistenten auf, bei der WM-Endrunde im Einklang mit diesen Weisungen zu agieren und rigoros gegen Spielverzögerungen, rücksichtsloses Spiel (u. a. Ellbogenchecks, brutale Tacklings), Trikotzerren und Simulation vorzugehen. Primäres Ziel ist der Schutz der Spieler und somit des Spiels.

"Das 33. WM-Team, die 23 Spielleiter, die nun in Deutschland zum Einsatz gelangen, sind die gegenwärtig besten Unparteiischen der Welt", sagt FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. "Das ist auch notwendig, schliesslich fällt ihnen bei diesem Turnier eine Schlüsselfunktion zu, denn es werden sehr hohe Anforderungen an sie gestellt."

In Deutschland werden erstmals bei einer WM-Endrunde ausschliesslich Schiedsrichtergespanne aus dem gleichen Land oder zumindest der gleichen Konföderation eingesetzt. Eingespielte Teams, so das Ziel der Schiedsrichterkommission, reagieren schneller und besser, was sicher zur Steigerung der Qualität der Schiedsrichterleistungen beitragen wird.

Welche Assistenten die nominierten Schiedsrichter zur WM 2006 begleiten werden, entscheidet sich nach dem Lehrgang für Schiedsrichterassistenten, der zwischen dem 18. und 21. April in Frankfurt stattfindet. Pro Schiedsrichter nehmen drei Assistenten daran teil. Mindestens zwei Mitglieder der Trios müssen die diversen Prüfungen erfolgreich abschliessen, ansonsten können sie und der betreffende Schiedsrichter nicht an der WM teilnehmen und werden durch ein anderes Quartett ersetzt.

Erstmals für eine WM-Endrunde wurde eine so genannte Förderungs-/Supportgruppe ernannt, die aus sieben Schiedsrichtern und 14 Assistenten besteht, die in Deutschland nur dann zum Einsatz gelangen, sollten andere Kollegen aus irgendwelchen Gründen (u. a. Verletzung, Krankheit) ausfallen. Diese 21 Unparteiischen sind voll ins Schiedsrichterteam für die WM integriert, nehmen an sämtlichen Trainings und Sitzungen teil und sind somit jederzeit für einen Einsatz bereit. Zudem können sie so wertvolle Erfahrungen bei einer WM sammeln.

Inhaltsverzeichnis

Die 23 WM-Schiedsrichter

Aus einer Vorauswahl von 44 Schiedsrichtern wurden 23 für die Weltmeisterschaft nominiert, die Nominierten Carlos Batres (Guatemala), Kyros Vassaras (Griechenland) und Manuel Mejuto González (Spanien) wurden wegen Verletzungen bzw. ungenügenden Fitnessleistungen der Assistenten von der Liste gestrichen und durch Roberto Rosetti (Italien), Luis Medina Cantalejo (Spanien) und Marco Rodriguez (Mexiko) ersetzt. Peter Prendergast aus Jamaika kann wegen einer Knieverletzung nicht an der WM teilnehmen. Die FIFA nominierte keine weiteren Schiedsrichter nach.

Vorauswahl

44 Kandidaten

Bis Ende März 2006 standen 44 Schiedsrichterkandidaten für die WM 2006 fest. Der Weltfußballverband FIFA hat 44 Schiedsrichter und 111 Schiedsrichter-Assistenten vorselektiert, von denen letztendlich 23 Offizielle mit ihren Assistenten bei der WM zum Einsatz kommen werden.

Die Vorauswahl umfasste Schiedsrichter aus allen sechs Kontinentalverbänden. Europa (UEFA) stellte 17 Kandidaten. Asien (AFC), Afrika (CAF) und Nord-/Mittelamerika/Karibik (CONCACAF) sind mit jeweils sechs Schiedsrichtern vertreten, während Ozeanien (OFC) zwei und Südamerika (CONMEBOL) sieben Unparteiische stellen.

Nach einem Workshop in Frankfurt vom 22. bis 25. März 2006 fällt der Internationale Fußballverband dann seine Entscheidung, wer bei dem Großereignis im Juni 2006 pfeifen darf. Dort werden neben Fitnesstests sowie medizinischen und psychologischen Untersuchungen auch die Regelkenntnisse aller Kandidaten getestet und abschließend wird durch Mitglieder der FIFA-Schiedsrichterkommision mit jedem der Unparteiischen ein Gespräch geführt.

Aus Altersgründen fehlt der Weltschiedsrichter Pierluigi Collina, der das letzte WM-Finale zwischen Brasilien und Deutschland (2:0) geleitet hat. Der bekannt Schiedsrichter Anders Frisk aus Schweden ist ebenfalls nicht mehr da bei, da auch er seine Laufbahn beendet hat.

Zwei deutsche Schiedsrichter sind unter den Kandidaten: Markus Merk und Herbert Fandel.

Die Nominierten

Europa/UEFA (17 Kandidaten): Markus Merk (Kaiserslautern), Herbert Fandel (Kyllburg), Massimo Busacca (Schweiz), Frank Bleeckere (Belgien), Massimo de Santis, Roberto Rosetti (beide Italien), Alain Hamer (Luxemburg), Terje Hauge (Norwegen), Walentin Iwanow (Russland), Claus Bo Larsen (Dänemark), Luis Medina Cantelejo, Manuel Enrique Mejuto Gonzalez (beide Spanien), Lubos Michel (Slowakei), Graham Poll (England), Eric Poulat, Alain Sars (beide Frankreich), Kyros Vassaras (Griechenland)

Asien/AFC (6): Khalil Ibrahim Al Ghamdi (Saudi-Arabien), Toru Kamikawa (Japan), Jong Chul Kwon (Südkorea), Shamsul Maidin (Singapur), Subkhiddin Mohd Salleh (Malaysia), Masoud Moradi (Iran)

Ozeanien/OFC (2): Mark Shield, Matthew Breeze (beide Australien)

Nord- und Mittelamerika/CONCACAF (6): Benito Armando Archundia Tellez (Mexiko), Carlos Alberto Batres Gonzalez (Guatemala), Peter Prendergast (Jamaika), Marco Antonio Rodriguez Moreno (Mexiko), Rodolfo Sibrian (El Salvador), Kevin Stott (USA)

Südamerika/CONMEBOL (7): Carlos Amarilla Demarqui (Paraguay), Carlos Chandia Alarcon (Chile), Horacio Elizondo (Argentinien), Jorge Larrionda (Uruguay), Rene Ortube Betancourt (Bolivien), Oscar Julian Ruiz Acosta (Kolumbien), Carlos Simon (Brasilien)

Afrika/CAF (6): Esam El Deen Abd El Fatah (Ägypten), Coffi Codjia (Benin), Mourad Daami (Tunesien), Jerome Damon (Südafrika), Mohamed Guezzaz (Marokko), Modou Sowe (Gambia)

Weblink

Aktuelles

  • 18. April 2006: Die WM-Schiedsrichter und ihre Assistenten erhalten für ihren Einsatz bei der WM 2006 eine Entschädigung von jeweils 44.000 Dollar, rund 33.000 Euro. Zu Beginn des Lehrgangs für Schiedsrichter-Assistenten in Neu-Isenburg nahe Frankfurt gab Urs Linsi, Generalsekretär des Weltverbandes FIFA, die Zahl bekannt. Bei der Weltmeisterschaft 2002 lag die Pauschale noch um die Hälfte geringer bei 20.000 Dollar.

Die Schiedsrichter müssen dafür aber auch die komplette Zeit ab dem 26. Mai bis zum Ende der Weltmeisterschaft im Schiedsrichtercamp in Frankfurt verbringen.

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