Wutrede Uli Hoeneß
aus Worldcupwiki
Der Manager des FC Bayern Münchens, Uli Hoeneß, hat auf Kritik an der Stimmung in der Allianz-Arena heftig reagiert (http://www.youtube.com/watch?v=8rcymT3cQig).
An diesem "Stimmungsthema" hatten sich während der diesjährigen Jahreshauptversammlung des größten Fußballklubs in Deutschland die Gemüter derart erhitzt, dass die Lage fast außer Kontrolle geriet. Insbesondere Manager Uli Hoeneß war kaum mehr zu halten, schrie mit aufgerissenen Augen, Zornesröte im Gesicht und erhobenen Zeigefinger in Richtung der anwesenden Fans.
Zwei von diesen hatten sich am Mikrofon beschwert, dass die Atmosphäre in der Münchner Arena bei Spielen des Rekordmeisters "überhaupt ned hinhaut“ (http://www.youtube.com/watch?v=KfG-AP6jkC8), es sei "in der Tiefgarage eine bessere Stimmung als im Stadion“. Man habe sich zwar daran gewöhnt, dass die Leute auf der Haupttribüne mit einem Sektglas in der Hand keine La Ola hinkriegten (http://www.youtube.com/watch?v=GYNbo2AHM9Y), doch viele Fans wollten sich nicht wie "Kunden“ behandeln lassen und wünschten sich die Zeiten zurück, als Tickets für Bayern-Heimspiele "noch nicht bei Ebay gehandelt wurden". Ein anderer hatte sich die Mühe gemacht, und in den vergangenen Spielen die Dauer der Fangesänge gestoppt: "Gegen Frankfurt waren es sechs Minuten, gegen Bolton acht Minuten.“ Sie wünschten sich, dass der Verein mehr für eine bessere Stimmung in der Arena unternehme. (Hier die vollständige Rede der Fan-Wortmeldung)
Hoeneß schrie den Wortmeldern und ihren Unterstützern im Saal des Münchner Nockherbergs hinterher, dass dies "populistische Scheiße“ sei. Die Fans seien doch für die Stimmung verantwortlich - und nicht der Vorstand des Vereins. Das Stadion habe mehr als 300 Millionen Euro gekostet, das lasse sich nicht mit den Stehplatzkarten für sieben Euro abbezahlen. "Wer glaubt ihr eigentlich, wer euch finanziert? Das sind die Leute in der Loge, denen wir das Geld aus der Tasche ziehen (http://www.youtube.com/watch?v=8rcymT3cQig)", rief Hoeneß. "Wenn ich immer höre, bei Sechzig sei die Stimmung so toll! Da ist gar nichts toll, die sind fast pleite!" Das erinnere ihn an die Diskussion bei 1860 über die Rückkehr ins Grünwalder Stadion, "aber wenn ihr das wollt, dann könnt ihr irgendwann in der Regionalliga spielen. Mit diesem Präsidium aber nicht."
Die Worte von Uli Hoeneß überschlugen sich fast im Zorn über die Kritik an der Fanpolitik des Vereins. "Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid, dass ihr uns kritisiert, weil wir dieses Stadion hingestellt haben!“ Auch als moniert wurde, dass die Eintrittspreise zu hoch seien, bezog der Manager deutlich Stellung. "Wir sind im europäischen Vergleich der mit Abstand billigste Spitzenklub. Bei Bolton im Stadion kostet die billigste Karte schon 40 Euro. Da müssen wir uns für 40 Euro für eine Karte gegen Schalke nicht rechtfertigen."
Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sprang Hoeneß bei, sprach von Humbug, von unverschämten und lächerlichen Aussagen. "Das Problem ist doch, dass sich die Fanklubs untereinander nicht grün sind, sich nicht koordinieren lassen.“ Der Klub habe kürzlich angeboten, im Stehplatzbereich eine Kapelle zu installieren, die die Fangesänge anleiten sollte. Doch das sei von den Fans abgeblockt worden, "weil sie das als Eingriff in ihre Welt ablehnen“, schimpfte Rummenigge mit Ironie im Ton.
In dieser heftigen Auseinandersetzung verfestigte sich der Eindruck, dass die Verantwortlichen des FC Bayern erheblich unter Druck stehen und sich ihre Arbeit der vergangenen Jahre nicht kaputtreden lassen wollen. Der Fan sollte ihrer Ansicht nach dankbar sein für die neue Arena am Münchner Stadtrand, "die uns ja jetzt ganz alleine gehört“, wie Rummenigge stolz betonte, weil 1860 München wegen der hohen Kosten im vergangenen Jahr seine Anteile verkaufen musste. Mit der Übernahme dieser Anteile gehört dem FC Bayern das Stadion zwar alleine, was allerdings zu einem beträchtlichen Kostendruck führt. Schlechte Stimmung in und um die Arena kann sich der Verein kaum leisten. Die meisten Bayern-Fans sind der Meinung: "In eine Fankurve gehören Anhänger die Stimmung machen. So gehört sich ne Kurve, und kein bisserl anders: Stimmung bei River Plate (http://www.youtube.com/watch?v=6cS9hWwxj9Q) oder bei Panathinaikos (http://www.youtube.com/watch?v=r-udrNZR7Ro)
Dabei waren die Geschäftszahlen wieder einmal beeindruckend. Die sportlich schwache Saison 2006/07 hinterließ finanziell den Rekordumsatz von 225,8 Millionen Euro, den Rekordgewinn von 18,9 Millionen Euro und teilweise schwindelerregende Steigerungen etwa beim Merchandising. Die Mitgliederzahl beträgt inzwischen mehr als 135.000, was alleine fünf Millionen Euro pro Jahr an Beiträgen in die Kasse bringt.
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