Zoff über Pokalpreise beim VfB
aus Worldcupwiki
29.10.2007 - Der VfB Anhängerverband hat sich mit einem Brief an den VfB Stuttgart über die Gestaltung der Eintrittspreise für das Pokalspiel gegen den SC Paderborn beschwert. Der VfB Anhängerverband als gewählte Dach-Organisation der VfB-Fanclubs mit rund 6.500 Mitgliedern ist unabhängig vom VfB und vertritt die Meinung seiner Mitglieder gegenüber dem Verein und Dritten. Viele Fans und Fanclubs sind an uns herangetreten und haben ihren Unmut bezüglich der Eintrittspreise für das DFB-Pokalspiel am kommenden Mittwoch gegen den SC Paderborn geäußert, weshalb wir diesen Brief verfasst haben, dessen Inhalt wir euch im Folgenden wiedergeben wollen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
der VfB Anhängerverband Stuttgart e. V. ist die unabhängige Interessenvertretung der VfB-Fanclubs mit rund 6500 Mitgliedern, die den Fans gegenüber dem Verein und Dritten eine Stimme verleiht. Als Vorstand des VfB Anhängerverbands haben wir die Verpflichtung, die Interessen unserer Mitglieder zu vertreten. Viele Fans und Fanclubs sind an uns herangetreten und haben ihren Unmut bezüglich der Eintrittspreise für das DFB-Pokalspiel am kommenden Mittwoch gegen den SC Paderborn geäußert.
Nachdem zahlreiche Beschwerden von VfB-Fans bei uns eingingen, hat der Vorstand des Anhängerverbands eine Befragung unter verschiedenen VfB-Fanclubs durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass ausnahmslos alle befragten Fanclubs die Eintrittspreise gegen den Zweitligisten als deutlich überhöht und für dieses Spiel absolut unangemessen empfinden. 18 Euro für die Fanblöcke 31/32 bzw. 25 Euro für den Fanbereich Block 30, Haupttribüne Seite, sind angesichts des Gegners ein stark überzogener Preis für die Treuesten der Treuen. Der SC Paderborn rechtfertigt weder sportlich – als abgeschlagener Tabellenletzter der 2. Liga ohne einen einzigen Sieg – noch aus Fansicht, wo man eine „graue Maus“ darstellt und über keinerlei aktive Fanszene verfügt, eine solche Preisgestaltung.
Uns ist bewusst, dass bei DFB-Pokalspielen auch der Gastverein ein Mitspracherecht bei den Eintrittspreisen hat. Dennoch hätte es einen anderen Weg gegeben. Hansa Rostock spielt beispielsweise am kommenden Dienstag im DFB-Pokal ebenfalls gegen einen Zweitligisten, gegen die Offenbacher Kickers. Obwohl dieser Gegner attraktiver ist als der SC Paderborn, hat Hansa Rostock die Eintrittspreise für dieses Spiel im gesamten Stadion um bis zu 7 Euro gesenkt. Wir wären schon zufrieden gewesen, wenn bei uns lediglich die Fanblöcke 30, 31 und 32 ein paar Euro günstiger wären, um die lautstarke Unterstützung der treuen VfB-Fans zu honorieren, die den VfB seit vielen Jahren durch alle Höhen und Tiefen begleiten und den Verein trotz sportlich miserabler Leistung in den letzten Spielen stets lautstark unterstützt haben. Diese geringe Zusatzaufwendung hätte man an anderer Stelle, beispielsweise bei Einzelkarten-Verkäufen für die Tribünen bei Top-Spielen oder über das Merchandising, problemlos wieder reinholen können.
Gerade in den Blöcken 31 und 32 stehen viele Fans mit „kleinerem Budget“, die ihr gesamtes Geld und ihren gesamten Urlaub für den VfB ausgeben, um diesen bei jedem Heim- und Auswärtsspiel lautstark und enthusiastisch unterstützen zu können. Diese Fans haben in den letzen Wochen über 7000 Kilometer (meist in Bussen, weil sie sich komfortablere Reisen nicht leisten können) zurückgelegt und Hunderte von Euro ausgegeben, um dem VfB in dieser schweren Phase auch bei den weiten Auswärtsspielen in Berlin, Glasgow, Bremen, Rostock oder Hamburg den nötigen Rückhalt zu geben. Und als ob dies nicht genug der Strapazen wäre, engagieren sich manche Fans auch unter der Woche nach Feierabend noch, indem sie Fahnen malen oder Choreografien vorbereiten, um den VfB auch optisch bestmöglich unterstützen zu können.
Der VfB Stuttgart kann sich glücklich schätzen, eine derart treue, lautstarke und farbenfrohe Fanszene in der Cannstatter Kurve zu haben, die nicht wie anderswo gleich pfeift, sondern immer lautstark und voller Stolz hinter dem VfB steht. Für dieses freiwillige Engagement verlangt die Fanszene nichts – weil es authentisch ist, von Herzen kommt und keine „Dienstleistung“ darstellt. Was sie aber verlangt sind Respekt und kleine Gesten der Anerkennung – wie beispielsweise bei den Eintrittspreisen für die Fanblöcke beim Paderborn-Spiel, bei dem nach langer Zeit mal wieder nur die Treuesten der Treuen im Stadion sein werden.
Mit weiß-roten Grüßen
VfB Anhängerverband Stuttgart e. V.
Mr. Wong
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